
58 Caritasverbände und -Einrichtungen in Deutschland beteiligten sich im November 2009 an der Aktion "Eine Million Sterne",
viele von ihnen bereits zum dritten Mal. Drei Beispiele stehen für die vielen Aktionen, die alle gleichermaßen eindrucksvoll
waren.
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| Lichter bei Regen auf dem Freiburger Münsterplatz |
| Foto: Caritas international |
Mit der Aktion will die Caritas ein Zeichen setzen für Menschen am Rand der Gesellschaft - in Deutschland und weltweit. Die
Idee der Aktion "Eine Million Sterne" wurde vor zehn Jahren in Frankreich unter dem Namen "10 millions d'étoiles" entwickelt.
Mittlerweile ist sie zu einer Solidaritätsaktion des internationalen Caritas-Netzwerks herangewachsen, die in mehreren Ländern
(darunter Portugal, Spanien, Schweiz, Österreich, Luxemburg und Frankreich) jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit zu sehen ist.
Die Caritas-Organisationen wollen mit dieser Aktion den Gemeinschaftssinn und den Solidaritätsgedanken in der Gesellschaft
fördern und zur Unterstützung von Projekten im In- und Ausland aufrufen.
Am 14. November 2009 waren wieder Caritas-Kerzen auf zahlreichen Plätzen in ganz Deutschland in unterschiedlichen Motiven
wie Kreisen, Sternen oder dem Caritas-Schriftzug angeordnet. Sie standen symbolisch für ausgegrenzte Menschen - ob in Deutschland
oder in ärmeren Ländern der Welt. Deshalb wurden mit der Aktion Spenden sowohl für Hilfen der deutschen Caritas gesammelt
als auch für ein Projekt von Caritas international in Brasilien. Sie kommen dort Kindern zugute, die davon leben, Müll zu
sammeln und zu recyclen.
"Jede Kerze steht für einen Menschen in einer schwierigen Lebenslage", erläuterte Georg Cremer, Geschäftsführer des Deutschen
Caritasverbands, auf dem Freiburger Münsterplatz die Idee: "Wir werben für einen respektvollen Umgang miteinander und für
eine selbstbestimmte Teilhabe am Leben der Gemeinschaft."
Bingen: Kerzen so weit das Auge reicht
Besonders groß angelegt war die Aktion des Caritasverbandes Mainz in diesem Jahr, die bereits am 13. November über die Bühne
ging. Die Aktion auf dem Binger Bürgermeister-Neff-Platz stellte das Thema Kinderarmut in den Mittelpunkt: "Kinderarmut ist
nicht nur ein internationales Phänomen. Auch vor unserer Tür existiert sie", lautete die zentrale Aussage. Die Aktion sollte
bewusst machen, wie sehr Armut auch Ausgrenzung für die betroffenen Kinder bedeutet, ihre gesunde Ernährung gefährdet und
ihnen Lebensgrundlagen entzieht.
Der Caritasverband Mainz, das Katholische Dekanat und die Katholische Jugendzentrale Bingen hatten mit sehr viel Öffentlichkeitsarbeit
zum Thema sensibilisiert und dafür gesorgt, dass viele Menschen zu dem Ereignis kamen. Oberbürgermeisterin Birgit Collin Langen
betonte, man sei sich in der Stadt, die den heiligen St. Martin im Wappen trägt, bewusst, dass Armut auch in unmittelbarer
Nähe existiere.
Für jedes Kind in Armut entzündeten Caritas-Helfer eine Kerze, die Spender in den Vormonaten symbolisch gekauft hatten. Bis
zur Burg Klopp hinauf strahlten die Lichter. Das musikalische Beiprogramm und der prominente Moderator Nick Benjamin sorgten
dafür, dass die Passanten lange blieben und reichlich spendeten. Die Spenden kommen dem Projekt "Kochkurse für Kinder und
Eltern sowie für schwergewichtige Jugendliche" in Bingen sowie dem Müllsammler-Kinderprojekt von Caritas international in
Brasilien zugute.
Konstanz: Ein Flashmob als Hingucker
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| Kerzen auf dem Konstanzer Münsterplatz |
| Foto: Caritas international |
Auch die Caritas Konstanz wollte mit dem diesjährigen Lichtermeer am 14. November auf dem Münsterplatz für das Thema Armut
sensibilisieren. Eine besondere Aktion hatte sich dazu das Humboldtgymnasium einfallen lassen - einen Flashmob in der Fußgängerzone:
Schülerinnen und Schüler flanierten durch die Gassen und entzündeten alle gleichzeitig um 17:20 Uhr ihre Kerzen. Nachdem sie
fünf Minuten regungslos verharrt hatten, machten sie sich auf Richtung Münsterplatz, wo sie ihre Kerzen der Illumination beifügten.
Die laufende Lichterkette war ein Hingucker vor allem für junge Passanten. Die Spendeneinnahmen kommen Menschen in Armut zu
Gute, die in den unterschiedlichen Projekten des Caritasverbandes Konstanz Hilfe und Unterstützung finden.
Koblenz: Ein Herz für Menschen in Not
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| Das Lichtermeer in Koblenz 2009 |
| Foto: Caritas international |
In Koblenz wurde der Görresplatz mit 3000 Kerzen in ein Lichtermeer verzaubert. Die Illumination rund um den Brunnen animierte
zahlreiche Menschen zum Verweilen und Nachdenken. An der Organisation und den Aufbauarbeiten beteiligen sich neben Caritasmitarbeitern
wohnungslose Menschen, die in der Fachberatungsstelle der Caritas betreut werden.
Der Besucheransturm war enorm. Die Menschen waren begeistert und gestalteten mit ihren Kerzen ein wunderschönes Gesamtbild.
Viele Besucher informierten sich über die Hintergründe der Solidaritätsaktion und die Arbeit der Koblenzer Caritas. "Wir waren
wie in den beiden vergangenen Jahren überwältigt von der Resonanz und Spendenbereitschaft der Bürger", freute sich Caritasdirektor
Dr. Wolfgang Kues. "Es zeigte sich wieder einmal, dass die Menschen in unserer Region ein Herz haben für diejenigen unter
uns, denen es nicht so gut geht." Die gesammelten Spenden kommen der Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes zugute.
Eine Million Sterne leuchteten 2009 in 58 Städten:
Ahaus, Bad Säckingen, Bensheim, Bestwig, Bingen, Böblingen, Brilon, Bruchsal, Datteln, Duisburg, Düren, Eslohe, Freiburg,
Fulda, Gernsheim, Gießen, Hagen, Haltern am See, Hemsbach, Kassel, Kleve, Koblenz, Konstanz, Krefeld, Künzelsau, Leutkirch,
Limburg/Lahn, Lingen (Ems), Lörrach, Lübeck, Mainz, Mannheim, Meppen, Meschede, Mögglingen, Münster, Mutterstadt, Oberried,
Offenbach, Paderborn, Papenburg, Ravensburg, Recklinghausen, Regensburg, Rheinau-Honau, Rheinberg, Schwäbisch Gmünd, Singen,
St. Goarshausen, St. Ingbert, Stralsund, Straubing, Stuttgart, Twistringen, Wittenberg, Worms, Wuppertal, Zweibrücken
Link zur Fotostrecke "Eine Million Sterne 2009" auf Flickr
Link zum Tagesschau-Beitrag über "Eine Million Sterne" in Wittenberg 2009
Film zu "Eine Million Sterne" 2007 in Freiburg und Oberried