Caritas für Caritas - Begegnungen in Brasilien

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Begegnungen dort

Was uns groß und wichtig erscheint ...

Caritas-Mitarbeitende aus Deutschland sahen in Brasilien große Not, aber auch kreative Lösungen

Im November 2008 reisten Caritas-Mitarbeiter/innen aus Deutschland mit Caritas international nach Brasilien. Die Gruppe besuchte eine Vielzahl an Caritas-Projekten, darunter Jugendhilfe-Initiativen und ein Übergangswohnheim für wohnungslose Senioren, Projekte für Familien am Amazonas und die Bewegung der Landlosen im Landesinnern, ein Wiederaufbau-Projekt nach einer Überschwemmung und eine innovative Müllsammel-Kooperative.  

Müllsammlerprojekt in Brasilien
Müllsammlerprojekt in Brasilien

Mannheim/Recife. "Manche Dinge, die für uns wichtig erscheinen, relativieren sich angesichts der Not, mit der die Caritas in anderen Ländern konfrontiert ist." Sichtlich beeindruckt schildert der Mannheimer Caritas-Vorsitzende Franz Pfeifer seine Eindrücke von den Projekten, die er auf einer Brasilien-Dialogreise im November 2008 kennen lernte. Als erfahrener Caritasexperte wurde Pfeifer von Caritas international ausgewählt, um sich über Projekte vor Ort zu informieren und Perspektiven mit den einheimischen Fachleuten zu diskutieren. "Ziel der Reise ist ein fachlicher Dialog, von dem alle etwas haben", sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international Deutschland. Es sei falsch zu glauben, nur die brasilianischen Partner würden vom Know how der deutschen Caritas profitieren.

"Tatsächlich ist es so, dass auch ich wichtige Anregungen und Eindrücke für unsere Arbeit mit nach Mannheim nehme", bestätigt Pfeifer. Besonders beeindruckend sei für ihn gewesen, mit welcher Kreativität, positiven Grundstimmung und welchem Engagement die Menschen unter schwierigsten Bedingungen in den Projekten arbeiten. Da schließen sich mit Hilfe der Caritas zum Beispiel Müllsammler zusammen, um effizienter und unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten zu können. Sie leisten ökologisch wertvolle Arbeit, indem sie Müll trennen und recyceln. Vor allem können sie so den Lebensunterhalt für ihre Familien verdienen. Weitere Beispiele: Am Amazonas gründeten 30 Familien eine Fisch- und Geflügelzucht. Die Produktivität wurde dadurch entscheidend gesteigert. Und auch bei der Herstellung von Ziegeln hat sich das gemeinschaftliche Tun bewährt. Zwischenhändler können die Familien nicht mehr gegeneinander ausspielen. Seit die Familien sich gemeinsam organisieren, werden Ziegelsteine in einheitlicher Größe und mit vergleichbarer Qualität produziert. In der Kinder- und Jugendhilfe werden Netzwerke geschaffen, die es ermöglichen, dass verschiedene Organisationen nicht nebeneinander her agieren, sondern mit ihren Kompetenzen ineinander greifen. So gelingt effektive Drogen- und Gewaltprävention. Junge Menschen erhalten dadurch Perspektiven, auch wenn sie in den Favelas Brasiliens unter zum Teil katastrophalen Bedingungen leben müssen.

Caritas international will Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Deshalb werden tragfähige Strukturen geschaffen, die nachhaltig wirken. "Obwohl es mühsamer ist, in Maßnahmen zur Organisation zu investieren als etwa in Gebäude, bin ich davon überzeugt, dass dies der richtige Weg ist, den sozialen Problemen Brasiliens zu begegnen", sagt der Mannheimer Caritas-Geschäftsführer.

Von Alfred Hovestädt, DiCV Köln

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