
Heike Peters, Krankenschwester in Lingen, und Theodor Schönenberg, Sonderschulleiter in Wilmersdorf-Zußdorf, waren die ersten
Gewinner einer Verlosung unter Lesern des Newsletters: Sie durften im Jahr 2008 für eine Woche Projekte von Caritas international in Indonesien besuchen und kamen voller Eindrücke
zurück.
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| Theodor Schönenberg (2.v.r.) und Heike Peters bei einem Projektbesuch mit Kollegen in Indonesien |
Was würde uns erwarten? Einerseits bange, andererseits aufgeregt fragten wir uns dies beide, als wir unseren Flug nach Indonesien
antraten. Es war für uns beide der erste Langstreckenflug unseres Lebens. Eine Reise in ein exotisches Land mit einer völlig
anderen Kultur und Menschen mit anderen Religionen.
Aber alle Aufgeregtheit und Ängste waren im Nu verflogen, als wir am Flughafen von Yogyakarta ankamen. Das Team des örtlichen
Caritas-Büros empfing uns mit einer Herzlichkeit, dass wir uns im Grunde gar nicht mehr in der Fremde fühlten. "Willkommen
zu Hause, liebe Kollegen", rief uns der Öffentlichkeitsarbeiter Yudha Winarno als erstes zu. "Schließlich sind wir eine Caritas-Familie."
Die nächsten Tage merkten wir kaum, wie die Zeit verging, so reich ausgefüllt und spannend waren sie. Wir besuchten zunächst
den "Indriasana Pandak I" Kindergarten. Beim Erdbeben 2006, so erfuhren wir, wurden 30 Kindergärten schwer beschädigt oder
zerstört.
Es war beeindruckend mitzubekommen, wie Kindergartenträger, Erzieherinnen und Erzieher, Eltern und die betroffenen Kinder
gemeinsam bei Renovierung, Planung und Neubau zusammenarbeiteten. Bei uns würde man so etwas wahrscheinlich nur dem Diktat
eines "Experten" überlassen.
Sehr eindrucksvoll war es auch, direkt mit gemeinwesenorientierter Arbeit in Berührung zu kommen - etwas, das wir bisher nur
aus der Theorie kannten. Unter anderem waren wir bei einem Vortrag für Frauen dabei, der ihnen helfen soll, Behinderungen
frühzeitig zu erkennen und über Fördermöglichkeiten Bescheid zu wissen. Als wir bei einem Querschnittsgelähmten, den die Caritas
dort betreut, zu Hause sein durften, überwältigte uns angesichts der offensichtlichen Armut, die dort herrschte, die große
Gastfreundschaft. Diese Leute sind arm, aber haben ein großes Herz, dachten wir. Wir haben sehr viel gelernt. Auch einen Ausdruck,
den wir all unseren netten und engagierten Caritas-KollegInnen in Indonesien nicht oft genug wiederholen können: Terima kasih. Das ist Indonesisch und heißt Dankeschön.
Von Heike Peters und Theodor Schönenberg