
Tausende Lichter allüberall: An 66 Orten in ganz Deutschland entzündeten Caritas-Mitarbeitende am 13. November 2010 Kerzen
an öffentlichen Orten in Form von Sternen oder Strahlenkränzen, dem Caritas-Schriftzug oder dem Flammenkreuz. Viele Veranstalter
trotzten dabei Regen und Wind wie in Greven, Hildesheim, Krefeld oder Oberhausen. Andernorts, etwa in Mannheim, Darmstadt,
Dieburg, Nieder-Olm oder Herne, fand die Veranstaltung in Kirchenräumen statt, was sich als nicht weniger stimmungsvoll erwies.
Die vierte Aktion "Eine Million Sterne" stand im Zeichen des Europäischen Jahrs zur Bekämpfung der Armut im Rahmen der Zero Poverty-Kampagne der europäischen Caritas. Caritas international sammelte Spenden für ein Kinderprojekt in Armenien: genau 20.028,58 Euro kamen zusammen!
Ob Diözesan-Caritasverbände, örtliche und regionale Caritasverbände oder Caritas-Einrichtungen und Pfarreien: Alles in allem
rund 80 Akteure waren dabei. Hier finden Sie eine Bildergalerie mit Fotos aus Orten in ganz Deutschland, die sich an der Aktion
beteiligt haben: http://www.flickr.com/photos/
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| In Passau entzündete die Direktorin der Caritas Armenien, Anahit Mkhoyan, die Kerzen des Flammenkreuzes gemeinsam mit ihrem Kollegen Gurgen Balasanyan, Stefan Teplan von Caritas international und dem Passauer Caritas-Direktor Wolfgang Kues. |
| Foto: Caritas international |
In Passau nahmen Besucher aus Armenien an der Aktion teil. Sie hatten zwei Wochen lang Caritasverbände und Einrichtungen in Deutschland
besucht. Die Direktorin der Caritas Armenien, Anahit Mkhoyan, entzündete die erste Kerze und dankte dabei für die jahrelange
Unterstützung durch Caritas international. "Diese Aktion ist der krönende Abschluss unserer Reise und macht für uns das Bild
von Caritas als einer weltumspannenden Familie rund", sagte Anahit Mkhoyan. "Dieser Tag ist ein wunderbarer Beweis der Solidarität
der vielen einzelnen Caritas-Mitglieder untereinander." Die Caritas Armenien macht sozial ausgegrenzten Kindern und Jugendlichen
Angebote, die ihr Selbstvertrauen stärken und ihnen helfen, Perspektiven für sich zu entwickeln. Zahlreiche Passanten blieben
vor dem Kerzenmeer in der belebten Fußgängerzone in der Bahnhofstraße stehen und hörten zu, als die Gäste über die extreme
Armut in Armenien berichteten und zur Solidarität aufriefen. Der Geschäftsführer des DiCV Passau, Dr. Wolfgang Kues, dankte
allen Besuchern mit den Worten: "Schön, dass Sie mit jeder Kerze ein Zeichen der Solidarität gegen Ausgrenzung und gegen Armut
setzen wollen - nicht nur in Deutschland, sondern weltweit."
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| Auf dem Freiburger Rathausplatz: Zwei Mädchen zünden Kerzen an. |
| Foto: Caritas international / Schnellbach |
In Freiburg eröffnete der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, die Aktion auf dem Rathausplatz. "Armut hat viele Gesichter",
sagte er beim Entzünden der ersten Kerze. "Jede leuchtende Kerze steht als Symbol für einen Menschen, der ausgegrenzt am Rande
der Gesellschaft lebt." In Armut aufwachsende Kinder und Jugendliche hätten ein Recht auf Gesundheit und Bildung, Schutz und
Geborgenheit - in Deutschland und weltweit. "Sie haben ein Recht auf faire Chancen im Leben", forderte Neher.
Der Caritasverband Leipzig und der Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen setzten in Leipzig gemeinsam ein Zeichen gegen Armut und Ausgrenzung. Der stille Protest hunderter Teilnehmer auf dem Augustusplatz richtete
sich gegen die Armut vieler Menschen in einem reichen Land. Der Geschäftsführer des Caritasverbandes Leipzig, Tobias Strieder,
warnte vor weiteren Kürzungen im sozialen Bereich. Schon jetzt gelten rund 23 Prozent der sächsischen Bevölkerung als einkommensarm.
Besonders betroffen seien Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche, aber zunehmend auch alte Menschen.
In Stuttgart kündigten Kinder die Aktion an der Kathedrale St. Eberhard mit Trommelwirbel an. Die Kerzen waren auf den Treppenstufen vor
der Kirche aufgebaut. Das umfangreiche Begleitprogramm wurde maßgeblich mitgestaltet von der Caritas international-Botschafterin
Vesna Arok und ihrem Künstlerverein ECHIvOX, der ein Akkordeonspiel und Pantomime zum Besten gab.
Hier können Sie sich einen Film über die Aktion in Stuttgart ansehen: [weiter...]
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| In Hildesheim leuchteten Caritas-Schriftzug und Flammenkreuz vor dem Rathaus. |
| Foto: Salvatore Bologna |
In Hildesheim leuchtete das Caritas-Flammenkreuz samt Schriftzug stimmungsvoll vor dem Rathaus. Oberbürgermeister Kurt Machens entzündete
die ersten Kerzen und sagte: "Das Licht steht für Nähe, Wärme und Solidarität - und das im Herzen der Stadt." Er dankte der
Caritas für ihre Arbeit seit mittlerweile hundert Jahren. [weiter zum Erfahrungsbericht der Caritas Hildesheim]
Eigentlich sollten 1000 Kerzen in Mannheim die Wiese des Schillerplatzes nahe der
Jesuitenkirche erleuchten, aber der Wind machte den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Und so wurde die Illumination
in Form des Caritas-Signets ins Haus der Jugend verlegt, was insofern gut passte, als die Firmanden der Mannheimer Pfarreien
maßgeblich an der Aktion beteiligt waren. Sie waren in den Wochen zuvor unterwegs gewesen, um Spenden für die Caritas-Wohnungslosenhilfe
zu sammeln. Jugendpfarrer Daniel Kunz griff das Thema auf und ermutigte die Firmanden, Ideen und den Mut zu entwickeln, um
etwas in der Welt zu verbessern. Auch das Engagement für Wohnungslose sei ein Ausdruck des Heiligen Geistes.
Auch in Koblenz sammelte die Caritas mit der Aktion für die Wohnungslosenhilfe. Auf dem Josef-Görres-Platz wurden die Kerzen rund um die
zehn Meter hohe Historiensäule aufgestellt. Hier sehen Sie einen Film über "Eine Million Sterne" in Koblenz:
Bereits zum vierten Mal fand die Aktion in Schwäbisch Gmünd statt, wo sie vor allem von Jugendlichen vorbereitet worden war. Die Kerzen wurden in Form zweier sich berührender Hände
aufgestellt. Die 18-jährige Larissa Rathgeb aus Iggingen, die die Idee zu diesem Kerzenbild gehabt hatte, erklärte, der Händedruck
sei Ausdruck der Solidarität der Jugendlichen mit bedürftigen Gmündern: "Es ist ein Zeichen, diesen Menschen zu verdeutlichen,
dass auch sie etwas wert sind. Auch an sie wird gedacht."
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| In Oberhausen trotztem die Besucher dem Regen. |
| Foto: CV Oberhausen |
Zum ersten Mal beteiligte sich die Caritas in Oberhausen an der Aktion, um Aufmerksamkeit für Menschen zu schaffen, die sonst keinerlei Lobby haben - und um vielen Menschen Gelegenheit
zu geben, sich mit den Armen solidarisch zu zeigen. Trotz kräftigen Regens fanden mehrere hundert Menschen den Weg in die
Propsteikirche St. Clemens, wo nach dem Gottesdienst die roten Kerzen auf dem Steinlabyrinth vor der Kirche aufgestellt wurden
und dem Regen trotzten.
In Schweinfurt hingegen herrschten fast sommerliche Temperaturen, als der Schillerplatz in einem Lichtermeer aus 600 Kerzen erstrahlte.
Der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt beteiligte sich zum ersten Mal an der Aktion.
Oberbürgermeister Sebastian Remelé freute sich als Schirmherr über den Besuch von Bischof Friedhelm Hofmann, Weihbischof Ulrich
Boom und Domkapitular Clemens Bieber. Er zündete die erste Kerze inmitten der Schweinfurter Einkaufsmeile an und gab das Licht
weiter. Bischof Friedhelm würdigte die Aktion als
"großes Zeichen der Nächstenliebe". Allen Teilnehmer rief er zu: "Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit
zu schimpfen!"
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| "Eine Million Sterne" im Theresienheim in Schoeneiche (bei Berlin) |
| Foto: Theresienheim Schöneiche |
"Eine Million Sterne" leuchteten in: Ahaus, Alsfeld, Birkenau, Böblingen, Bonn, Borken, Bruchsal, Darmstadt, Datteln, Dieburg, Dietzenbach, Dortmund, Duisburg,
Düren, Frankfurt-Harheim, Freiburg, Gießen, Greven, Halle, Hamm, Heidelberg, Herne, Hildesheim, Iserlohn-Letmathe, Kleve,
Koblenz, Konstanz, Krefeld, Leipzig, Langen, Limburg, Lingen, Lörrach, Ludwigshafen, Mannheim, Miltenberg, Münster, Naumburg,
Neubrandenburg, Neunkirchen, Neustadt a. d. Weinstraße, Nidda, Nieder-Olm, Oberhausen, Oberried, Paderborn, Papenburg, Passau,
Rastatt, Recklinghausen, Rheinberg, Schlitz, Schöneiche b. Berlin, Schwäbisch-Gmünd, Schweinfurt, Schwerin, Singen, Straubing,
Stuttgart, Ulm, Velen, Vreden, Warendorf, Weseke, Worms, Zühr.
Grenzüberschreitende Solidaritätsaktion
Die Idee der Aktion "Eine Million Sterne" entstand vor zehn Jahren in Frankreich. Mittlerweile ist daraus eine internationale
Solidaritätsaktion der Caritas entstanden, die in vielen Ländern (u. a. Schweiz, Österreich, Luxemburg und Frankreich - und diesmal auch in Rumänien) jedes Jahr zur Adventszeit großen Anklang findet. Die Caritas-Organisationen
wollen damit den Solidaritätsgedanken in der Gesellschaft fördern und Projekte im In- und Ausland unterstützen. An der dritten
Aktion in Deutschland 2009 hatten sich fast 60 Städte und Gemeinden bundesweit beteiligt. [weiter...]
| Das Caritas-Projekt für Kinder und Jugendliche in Armenien (pdf, 448 kB) |
Unterstützen Sie die Zero-Poverty-Kampagne in Deutschland: blog.zeropoverty.de/petition-gegen-armut/
Mehr über die Situation in Armenien erfahren Sie hier: http://www.caritas-international.de/20147.html
Hier können Sie sich auf der englischsprachigen Internetseite der Caritas Armenien über deren Arbeit informieren: http://www.caritasarm.am/
Das Domradio hat umfassende Informationen über die Hilfsprojekte in Armenien zusammengestellt, darunter ein Interview vom 12. November
2010 mit Alfred Hovestädt vom Diözesancaritasverband Köln, der kürzlich an einer Projektreise nach Armenien teilgenommen hat: http://www.domradio.de/weltweit/70232/caritas-in-armenien.html
Hier geht's direkt zum Interview mit Alfred Hovestädt:
Ansprechpartnerin: Christine Decker, Caritas international
christine.decker@caritas.de | Telefon: 0761-200 620