
Auf den Weg nach Tansania machten sich vom 5. bis 16. Juli 2010 Ulrike Rommerskirchen, Michael Kehnen und Ralf Latz vom Caritasverband
Düsseldorf. Sie besuchten dort die Partnereinrichtung ihres Verbandes, das Caritas Rehabilitationszentrum für behinderte Kinder und Jugendliche in Monduli.
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| Ralf Latz vom Caritasverband Düsseldorf mit Massai-Kindern |
| Foto: Caritas international |
Ziel der Reise war es einerseits, den persönlichen Kontakt zu den afrikanischen Caritas-Kolleginnen Anna Mollel und Mireile
Kapilima zu pflegen, die im Juni 2009 zu Gast in Düsseldorf gewesen waren. Andererseits hofften die Düsseldorfer, dort in
Monduli, wo Caritas-Arbeit unter höchst erschwerten Bedingungen geleistet wird, bereichernde Erfahrungen zu machen, die auch
für die soziale Arbeit in Deutschland nutzbar gemacht werden können. Materielle Hilfe für Monduli soll natürlich auch geleistet
werden, wo sie gewünscht und gebraucht wird. Denn Tansania ist eines der ärmsten Länder der Welt.
Die Düsseldorfer Kolleg/inn/en gewannen einen lebhaften Eindruck davon, wie die rund 30 Kinder und Jugendlichen im Reha-Zentrum
für ein Leben in größtmöglicher Selbständigkeit fit gemacht werden. Außerdem waren die Besucher/innen mehrere Tage mit einem
mobilen Team in der Steppe unterwegs, um in den Dörfern behinderte Kinder zu behandeln. Davon berichteten sie in einem Tagebucheintrag:
"Nach dem Morgengebet, der Morgengymnastik und der Visite bei den Kindern und der Physiotherapie verließen wir heute die asphaltierte
Straße und besuchten zwei Massai-Dörfer. Im Regen losgefahren, kamen wir in der Kälte eines Bergdorfes an.
Wir wurden freundlich von den Dorf-Chefs begrüßt, und nachdem wir uns vorgestellt hatten, wurden im medizinischen Zentrum
die Patienten mit ihren Müttern vorstellig. Es wurde ein Behandlungsplan aufgestellt und mit den Müttern besprochen.
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| Fahrt über Land: Mit dem Caritas-Jeep über durch die Steppe Tansanias |
| Foto: Caritas international |
Danach fuhren wir ins nächste Dorf, das in einem Talkessel lag. Unterwegs dachten wir: Das wars jetzt. Wir kommen nie an
und auch nie mehr hinaus. In Serpentinen ging es über Geröll, es gab keinen Weg und ging wild durch die Steppe jetzt bitte
bloß keine Panne! Im Dorf, das in einer Steppenlandschaft lag, tagten erst einmal die Massai-Männer. Deren Chef erklärte der
Leiterin des Heimes, Mireile Kapilima, und Magdalena, einer Krankenschwester, die selbst Massai ist, dass er über den Besuch
nicht informiert worden war.
Nach längerer Debatte kamen zwei Mütter mit ihren Kindern zur Untersuchung. Außerdem vereinbarte man für das nächste Mal eine
bessere Absprache. Auf Vorschlag eines Massai wird der nächste Besuch in diesem Dorf an einem Markttag stattfinden. Dann können
aus den umliegenden Dörfern mehr Leute zur Untersuchung kommen und gegebenenfalls von Marktbesuchern Hilfe beim Transport
erhalten.
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| Eine Massai-Frau wartet auf dem Land inTansania mit ihrem Kind auf die Behandlung |
| Foto: Caritas international |
Zur Untersuchung kam ein Kind mit steifer Hand - Physiotherapie kann hier helfen. Es wurden vor Ort direkt entsprechende Übungen
gezeigt: den Stock des Vaters halten oder eine Tasche mit Sand heben. Das zweite Kind hat ein verkrüppeltes Bein, das leider
amputiert werden muss. Trotz dieser traurigen Tatsache wird der Eingriff für das Kind ein Segen sein: Wenn man die Kinder
im Reha-Zentrum sieht, wie leicht und fröhlich sie mit ihren Behinderungen umgehen, hofft man auch für dieses Kind, dass es
bald lachen und erstmalig laufen kann.
Für die Strapazen der Fahrt wurden wir damit belohnt, dass wir auf der Rückfahrt die ersten wilden Tiere sahen: Giraffen,
Antilopen, Zebras, Straußen."
Ulrike Rommerskirchen, Michael Kehnen und Ralf Latz
Tansania, im Juli 2010