Caritas für Caritas - Porträt Petra Merkle, München

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Botschafter

Mit Herz und Fernweh

Caritas international-Botschafterin Petra Merkle ist ausgebildete Designerin und Pädagogin 

Zwei Wesenszüge sind Petra Merkle in die Wiege gelegt. Ein "Caritas-Herz" für die sozial Schwachen und Ausgegrenzten. Und ein Hang zum Internationalen - mit einer großen Portion Fernweh und enormer Lust am Reisen. Kein Wunder, dass sie bei Caritas international gelandet ist: Seit einem Jahr engagiert sich die Gruppenleiterin einer Caritas-Behindertenwerksatt in München als Botschafterin für das Hilfswerk.

Petra Merkle
Botschafterin Petra Merkle
Foto: Stefan Teplan / Caritas international

Weil sie - auch das wurde ihr in die Wiege gelegt - schon als Kind großes Talent beim Malen und Zeichnen bewiesen und auch einen Malwettbewerb gewonnen hatte, studierte die Karlsruherin zunächst Grafikdesign in Mainz. In der Auswahl ihrer Diplomarbeit fand sie einen Weg, künstlerische und soziale Neigungen miteinander zu verbinden: Sie gestaltete eine viel beachtete Werbekampagne für die Senioren-Partei Graue Panther. Das brachte ihr, neben einer Auszeichnung mit Note 1, auch ein Stipendium der Stadt Mainz ein. "Schon damals", erzählt sie, "dachte ich mir: Etwas für den sozialen Bereich zu machen ist wirklich etwas Sinnvolles. Und wenn ich als Designerin und Grafikerin mein künstlerisches Talent beruflich einsetze, dann will ich auch etwas Sinnvolles damit machen."

Nicht in allen Agenturen, in denen sie arbeitete, konnte sie dies verwirklichen. Sie arbeitete in Wiesbaden, München und Ravensburg, ihr Fernweh trieb sie nach Frankreich, Kalifornien und Dubai, wo sie anderthalb Jahre lang als Art Director für die große US-Agentur Ammirati Puris Lintas Werbekampagnen gestaltete.

In Dubai war für sie kein Bleiben

Petra Merkle machte Karriere, aber ihr soziales Herz lehnte sich währenddessen auf: "Mit der Werbung schafft man nur künstliche Bedürfnisse. Das konnte mich auf Dauer nicht zufrieden stellen", sagt sie. In Dubai verstieß es auch gegen ihren Gerechtigkeitssinn zu erleben, wie frauenfeindlich die Gesellschaft dort ist, "und dass es weder Pressefreiheit noch Grundrechte gibt. In so einem System wollte ich nicht länger leben."

Vor sieben Jahren fasste sich Petra Merkle schließlich ein Herz und sattelte um: Sie ließ sich zur Erzieherin ausbilden, arbeitete zunächst in einem Hauptschulhort und leitet seit 2010 eine Gruppe einer Werkstätte für Menschen mit Behinderung der Caritas in München. Und engagierte sich, sobald sie von dieser Möglichkeit erfuhr, als Botschafterin für Caritas international.

Eine Reise mit Botschafter-Kolleg(inn)en im vergangenen Sommer in die Ukraine hat sie tief beeindruckt und weiter motiviert. "Nun möchte ich in meinem Betrieb bald einen Vortrag über die Arbeit der Caritas Ukraine halten. Außerdem habe ich bereits angefragt, ob Praktikanten aus der Ukraine in unseren Betrieb aufgenommen werden können." Auch sonst will sie ihre Kolleginnen und Kollegen in München für internationale Caritas-Projekte begeistern: "Beim nächsten großen Betriebsfest werde ich auf jeden Fall eine Coffee to help-Aktion starten."

Stefan Teplan

November 2011

 


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